E-Commerce – Bedrohung und Chance für den Fashion-Einzelhandel

Die deutsche Wirtschaft läuft seit Jahren auf Hochtouren, die Verbraucher sind in großer Kauflaune und doch ist die Stimmung im stationären Handel zurückhaltend. Denn während der Online- und Versandhandel seit bald zwei Jahrzehnten Zuwachsraten im zweistelligen Bereich verzeichnet und von Höhenflug zu Höhenflug eilt, entwickelt sich der stationäre Handel verhalten.

Besonders inhabergeführte und mittelständische Geschäfte. Insbesondere auf dem Land und in kleineren Städten schließen angestammte Einzelhandelsgeschäfte mit unangenehmen Folgen: leerstehende Ladenflächen und verödete Innenstädte. Der stationäre Handel droht den digitalen Zug zu verpassen. Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie von ibi research an der Uni Regensburg verkaufen 54% der Händler in Deutschland ihre Produkte ausschließlich stationär. 37% davon wollen zumindest in fünf Jahren auch im Internet aktiv werden. Dabei drängt die Zeit, denn immerhin 14 Prozent der Online-Pure Player wollen ebenfalls in das stationäre Geschäft einsteigen. Neben fehlendem Know-How sind es nicht zuletzt die fehlenden finanziellen Mittel, die Digitalisierung bei kleinen Fachhändlern scheitern lassen.

Diesem Trend nicht tatenlos zuzuschauen, hat sich Dominik Benner zur Aufgabe gemacht. 2014 gründete er die Versandhandelsplattform Schuhe24.de . Seit mehr als 130 Jahren betreibt seine Familie Schuhgeschäfte in der Rhein-Main Region. Als er 2012 in den elterlichen Betrieb einstieg war ihm schnell klar, dass Zalandos “Schrei vor Glück” auch vor seinen Geschäften nicht Halt machen würde. Unter dem Motto „Meine Schuhe – Meine Stadt“ digitalisiert er seither lokalen Schuhhandel, damit Fachgeschäfte erhalten und Innenstädte auch in Zukunft lebendig bleiben. Wie funktioniert das konkret?

Schuhe24.de ist wie ein dezentrales Warenlager. In einer zentralen Warenwirtschaft werden die Bestände der einzelnen teilnehmenden Händler zusammengefasst. So weiß Schuhe24.de jederzeit, welcher Händler welche Schuhe in welcher Stückzahl und Größe vorrätig hat und kann so eingehende Bestellungen verteilen. Die Händler müssen einen bestellten Schuh nur noch verpacken, der von DHL dann abgeholt wird. Für die Händler übernimmt Schuhe24.de nicht nur die internationale Vermarktung im Multi-Online-Channel Vertrieb, indem die Waren im eigenen Webshop und auf vielen anderen Plattformen angeboten werden. Neben dem eigenen Webshop listet das Unternehmen bei 40 weiteren Partnern wie Otto.de, idealo.de, Kartstadt.de oder limango. Hinzu kommen die Verarbeitung die Zahlungsabwicklung, die Kundenbetreuung, sowie die Datenpflege und das Fotomanagement.

Seither ist Schuhe24.de zu einem der größten Online-Versender von Schuhen in Deutschland herangewachsen. Mehr als 160 Händler mit über 800 Filialen in ganz

Deutschland bieten zusammen ein Sortiment von mehr als 100.000 Artikeln an. „Wir erhalten ständig neue Anfragen von Händlern, die bei uns mitmachen möchten. Daher versuchen wir uns vorrangig in Bereichen zu verstärken, in denen unser Sortiment noch ausbaufähig ist, z.B. bei Sportschuhe oder im Komfortbereich“, so Dominik Benner.

Im Durchschnitt erzielen die teilnehmenden Händler bei Schuhe24.de einen Mehrumsatz von 15-25% ohne zusätzlichen Aufwand. Denn Schuhe24.de greift auf die bereits vorhandene technische Infrastruktur zurück (Kassen- und WaWi-Systeme), sodass keine zusätzlichen Investitionen anfallen.

Online Marketing und künstliche Intelligenz – neue Formen des Marketing und neue Möglichkeiten, individualisiert auf den Kunden einzugehen

Jeder Stillstand kommt einem Rückschritt gleich – das gilt insbesondere für das kurzlebige Geschäft in der Modebranche. Ständig streben neue Trends aus den Fashion-Metropolen dieser Welt an die Oberfläche, Social Media Influencer gehen Wege, die noch nicht durch die Allgemeinheit geebnet sind und bringen ihre Anhänger dazu, ihnen zu folgen, und noch nicht da gewesene Stilrichtungen lassen sich mit Hilfe von innovativen Technologien umsetzen – alles befindet sich in einem ununterbrochenen Fluss.

Vor nicht allzu langer Zeit war der folgende Ablauf bezeichnend für die Geschäftsbeziehung zwischen dem Händler und dem Endkunden: Wünsche wurden geäußert, indem eine Bestellung erfolgte. Anschließend sorgte der Hersteller dafür, dass das Gesuchte auf schnellstem Wege zur Verfügung steht und der Kunde mit der Ware zufriedengestellt wird. Heute kann man fast sagen, dass dieser Prozess durcheinander geraten oder hinfällig geworden ist. Einige behaupten sogar, dass der Modehandel schon wissen muss, was der Kunde wünscht, bevor dieser sich darüber selbst im Klaren ist. Das klingt paradox, hat jedoch ein Fünkchen Wahrheit inne. Der Grat zwischen In und Out ist schmal und erfordert immer mehr Geschwindigkeit in der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung. Insbesondere im Segment des Online Marketings.

Doch wie kann man Schritt halten mit diesem rasanten Tempo? Speziell der Bereich des digitalen und globalen Marketings setzt flüssige Abläufe voraus und lebt davon, individualisiert auf die Kunden einzugehen. Die Zauberformel lautet, so viele individuelle Vorlieben des Endverbrauchers wie möglich zusammenzutragen und dadurch ein Optimum an Kaufanreiz bei diesem hervorzurufen. Ist dies so einfach umzusetzen? Fakt ist, dass es wohl kaum etwas im Leben gibt, das das Prädikat einfach erhält. Aber realisierbar ist diese Idee allemal – sowohl technisch als auch zwischenmenschlich.

Komplizierte, aber wirksame, Algorithmen werden generiert, um alle personenspezifischen Bedürfnisse des Verbrauchers anzuhäufen, auszuwerten und ein Endergebnis zu liefern,welches immens aussagekräftig ist. Punktgenau kann so festgestellt werden, was die individuelle Person bevorzugt. Daraufhin können perfekt zugeschnittene Angebote entworfen werden, bei denen der Kunde nicht mehr lange nachdenken muss, bevor er eine Kaufentscheidung trifft. Diese Art von künstlicher Intelligenz ist von gängigen Begriffen wie zum Beispiel „Big Data“ oder „Google Analytics“ geprägt. Sie ist nicht nur verkaufsfördernd, sondern hilft der Seite des Verkäufers dabei, das menschliche Kaufverhalten zu studieren und zu verstehen. Zudem begünstigen die Prozesse die Kundenbindung. Diese fühlen sich von dem Verkäufer verstanden und berücksichtigen ihn gerne bei zukünftigen Käufen.

Die fortschreitende Globalisierung steht der Nutzung von künstlicher Intelligenz im Online Marketing nicht entgegen – ganz im Gegenteil. Denn dank der nicht mehr aufzuhaltenden Digitalisierung und der Verfügbarkeit unzähliger mobiler Medien, ist der Verbraucher immer und überall für die Erfassung seiner eigenen Wünsche und Vorstellungen erreichbar. Kurze und direkte Wege für die Kontaktaufnahme und punktgenaue Treffer in Hinsicht auf die Kundenwünsche sind somit kein Problem mehr.

Und wer denkt, dass es sich bei der Nutzung von künstlicher Intelligenz um eine Vision für die weit entfernte Zukunft handelt, der irrt. Schon in der Gegenwart nutzen große Online Verkaufsportale, Agenturen und sogar kleine und mittelständische Unternehmen die vielfältigen Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz in Verbindung mit dem eCommerce. Grund genug für die LDT Nagold, diesem wichtigen Feld einen bedeutenden Platz in ihrem Ausbildungsprogramm zu gewähren.

Neue Inhalte, die Studierenden mit Blick auf eCommerce beigebracht werden müssen – das Angebot der LDT Nagold

Das Thema eCommerce in Zeiten der Digitalisierung gehört für die LDT Nagold – die Fachakademie für Textil & Schuhe GmbH – zu einer Grundsäule in ihrem Angebot und trifft damit genau den Nerv der zukünftigen Online Marketing Spezialisten im Bereich Mode. Das Ausbildungsprogramm der Akademie für Mode-Management zielt darauf ab, dass ihre Studierenden den fließenden Übergang von Modeverständnis zu betriebswirtschaftlichen Abläufen in Perfektion erlernen. Betreut werden sie dabei von Dozenten, die aus ihrer eigenen Praxis wissen, wovon sie sprechen. Zumeist sind sie tagtäglich in ihren eigenen Agenturen oder als Berater im Bereich des Online Marketings tätig, kennen alle Fakten ihres Metiers und sind hinsichtlich der Flut an Neuerungen stets auf dem Laufenden. Alle Lehrinhalte beruhen auf praxisnahe Erfahrungen und ein Höchstmaß an erworbenem Know-how.

Durchführbar ist das Studium als Vollzeit-, Hybrid oder Firmenmodell sowie als Weiterbildungsmaßnahme. Es besteht zudem die Möglichkeit, ein Auslandsstudium bei einer angeschlossenen Universität zu absolvieren.

Selbstverständlich werden die Studenten der LDT Nagold mit allen grundlegend erforderlichen Kenntnissen in der Modebranche versorgt. Diese werden jedoch zusätzlich mit den Aspekten der Digitalisierung verknüpft und zu einem Gesamtpaket im Bereich eCommerce verschnürt. Zu den behandelnden Themen gehören zum Beispiel lokales Online Marketing, Relationship Marketing, eCommerce Kennzahlen sowie grundsätzliche eCommerce Prozesse in kleinen und großen Unternehmen. Zur Sprache kommen darüber hinaus die optimale Nutzung von innovativer, auf die Abläufe abgestimmter, Software und erfolgversprechende Strategien des Online Handels.

Mit Hilfe all dieser Schulungsschwerpunkte erhalten die Studenten und Weiterbildenden der LDT Nagold Einblick in die Gesamtheit der Modebranche und den dazugehörigen digitalen Abzweigungen. Sie lernen, wie die Verbindung zwischen Online- und Offlineprozessen bestmöglich umgesetzt wird, wie genau die modernen Möglichkeiten genutzt werden und sie dieses Wissen in ihre zukünftige Arbeit erfolgreich einbringen können. Dabei verlieren die Modemanagement Studenten nie den Fokus für das ursprüngliche Geschäftsfeld der Mode.

Dass eine Ausbildung bei der Fachakademie für Textil & Schuhe GmbH eine gute Wahl ist und von zukünftigen Erfolgen gekrönt sein kann, beweisen eine Reihe von Start-Ups, die mit Hilfe der, in der LDT Nagold erlangten Kenntnisse, in der Welt der Mode durchgestartet sind.